Wer steht hinter der Roten Armee Fraktion, RAF?
Der deutsche Herbst liegt 30 Jahre zurück. Obwohl ich nicht in Deutschland lebe und damals gerade erst 15 Jahre alt geworden bin, bliebt diese Zeit in meiner Erinnerung haften.
Zu dieser Zeit wohnte ich in Stein am Rhein, in der Nähe der deutschen Grenze. Genauer gesagt, liegt Stein am Rhein auf der deutschen Grenze.
In jenem Herbst durfte ich eine Woche auf dem Bauernhof, eines Schulkollegen aushelfen gehen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir auf den Miststock stehend, dass traurige Schicksal von Hans Martin Schleyer besprachen. Kurz darauf wurde Hans Martin Schleyer auch ermordet.
In diesen Tagen lag Atmosphäre der allgemeinen Erregung in der Luft. Der gespannten Stimmung, war ein Hauch von Panik beigemischt. Und tatsächlich gab es an der Grenze in Ramsen eine Schiesserei, oder es wurde zumindest davon gesprochen, dass es eine solche gegeben hätte.
Das aufregendste Ereignis im meinen persönlichen Umfeld war, dass die Handarbeitslehrerin meiner damaligen Schule, mit einer Freundin bei einem Waldspaziergang von deutschen Grenzschützern für kurze Zeit festgenommen wurde. Irrtümlicherweise waren die beiden jungen Frauen auf deutschen Boden gelangt. Der Wald hinter Stein am Rhein und Hemishofen weisst einen verwinkelten unübersichtlichen Grenzverlauf auf.
Der Spuck, des deutschen Herbstes, war dann auch bald vorbei, einzig die schwer bewaffneten Grenzschützer blieben. Nach einiger Zeit verschwanden auch diese und alleine, die unsäglichen Plakate mit den gesuchten Terroristen blieben hängen. So wie die gesuchten Terroristen auf den Bildern aussahen, taten sie mir leid. Keine Helden der Revolution, sondern gescheiterte, bedauernswerte Gestalten. Irgendwie gar nicht deutsch. Deutsche sind doch immer zackig und sauber. Sogar die Massenmörder in SS Uniform machen einen gesunden und unbekümmerten Eindruck.
Nach dem Herbst ’77 wird für mich die RAF unfassbar. Die GründerInnen der RAF sind interessante Menschen, mit denen es sich lohnt, sich auseinanderzusetzen. Ab ungefähr 1980 scheint die RAF aus lauter Nobodys zu bestehen und meldet sich langsam aus der öffentlichen Wahrnehmung ab.
Vielleicht können die jetzt noch inhaftierten Gefangenen der RAF gar keine Angaben über die Taten, die sie angeblich vollbracht haben machen, weil sie gar nicht die TäterInnen waren. Wer weiss, ob ihnen nicht Morde von unheimlichen Gestalten aus dem Hintergrund in die Schuhe geschoben werden. Was mit der RAF nach ’77 zusammenhängt, liegt im Dunkel der Geschichte.
Für mich bleibt die Frage, ob nicht ab einem gewissen Zeitpunkt die RAF von verdeckt arbeitenden Polizisten oder Geheimagenten unterwandert wurde und diese auf höheren Auftrag hin, die Nochnichtterroristen zu Straftaten angestiftet haben.
Ich selber habe ’79 in Gorleben erlebt, wie als AKW-Gegner getarnte Polizisten versucht haben, Mensch für Sprengstoffanschläge auf die Bohrlöcher zu gewinnen. Ich habe in Gorleben einen Mann kennen gelernt, der mit theoretischen Schriften der RAF hausieren ging. Als seinen Beruf gab er an, ein Computer Spezialist zu sein, der nur einen Tag im Monat an der Uni arbeiten muss und damit genug verdient zu leben. Die beharrliche und subtile Art, mit dem dieser Typ für die RAF-Werbung betrieb, scheint mir für einen Agent Provocateur, der auf staatlichen Befehl arbeitet typisch.
Der Mord an Alfred Herrhausen ist ein gutes Beispiel für die Unklarheiten darüber, wer damals die wirklichen Terroristen waren.
Vielleicht sollte man nicht die letzten Gefangenen der RAF nach Dingen fragen die sie nicht wissen können, sondern die dunkeln Machenschaften der Polizei und Geheimdienste untersuchen und ans Licht bringen.
Es ist eine Tatsache das die Anti-AKW-Bewegung in den ’70 Jahren von Sicherheitsorganen unterwandert wurden. Es wurden AKW-Gegner mit fabrizierten Beweisen verurteilt und ins Gefängnis gesteckt.
Verdeckte Aktionen, sind ein fester Bestandteil der deutschen Geschichte. SS Leute griffen als polnische Soldaten verkleidet den Radio Sender in Gleiwitz an. Diese verdeckte Aktion wurde von Hitler als Rechtfertigungsgrund für den Überfall auf Polen angeordnet.
Die Leute, die in der ’70er den deutschen Sicherheitsapparat gelenkt haben, haben ihr Handwerk bei den Nazis gelernt.
Popularity: 5%
Beliebteste Beiträge
Autor: gedankenblitze • 31. März 2007 • Rubrik: Soziale Frage • Comments (1) •
am 15. September 2008 um 14:41 Uhr | #
Es tut gut, endlich Jemanden zu finden, der die gleichen Überlegungen hat.
Schon seit Jahren habe ich die Befürchtung, das unsere Politiker und die anderen Mächtigen in der BRD sich doch einfach unbequemer Mitmenschen entledigen und für das blöde Volk die RAF dafür verantwortlich machen konnten. Ein selbstgemachtes Bekennerschreiben, man weiß ja schließlich wie die aussehen, und schon ist sind die Täter ermittelt.
Und wenn alle eingefangen, erschossen oder ermordet sind, wird halt eine neue Generation erfunden.
Ich kenne die Umgebung und die Straße, in der Karsten Rohwedder in Düsseldorf erschossen wurde. Unter den Augen der Personenschützer, die am Straßenrand in einem getarntem angeblichen Messcontainer des Umweltamtes aufpassten. Wo haben sie die Tage vor dem Attentat hingesehen ? Wem war Karsten Rohwedder im Weg? Wen hat er bei dem Ausverkauf der DDR behindert? Da ging es doch um Milliarden, da kann man schon mal böse werden, wen einer die Mauscheleien behindert.
Und dafür gibt es ja noch die RAF……….