Staatlich geförderte Schwarzarbeit

SchwarzarbeitIn keinem Wirtschaftssektor grasiert die Schwarzarbeit» so stark, wie in der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft ist der vom Staat am stärksten geförderte Wirtschaftssektor. Subventionen, Zollrückerstattung, Sonderzahlungen, Direktzahlungen, Exportbeihilfen etc. jede landwirtschaftliche Tätigkeit wird durch den Staat vergoldet.
Sobald eine Seuche ausbricht oder die Weltmarktpreis für ein Urprodukt einbrechen, rufen die Landwirt nach dem Staat. Wenn es ums Jammern geht sind die Landwirte einsame Spitze.
Im Gegensatz zu anderen Unternehmer meiden sie Risiken und Innovationen. Die Phantasie der Landwirte erschöpft sich in der Erhaltung des Status Quo und der Vermeidung von Risiken.
Die Landwirtschaft ist die Branche, mit den schlechtesten Löhnen. Nach Möglichkeit vermeiden es die Landwirte, ordentlich (gesetzeskonform) Leute anzustellen. Sie greifen auf Hausfrauen, Arbeitslose, illegal anwesende AusländerInnen etc. zurück. Üblich ist 13.- bis 20.- Franken Stundenlohn bar auf die Hand. AHV, Versicherungen etc. werden nicht abgezogen oder gar eingezahlt.
Die Landwirte danken dem Staat seine grosszügige Unterstützung, in dem sie ihn hintergehen.
Das Verhalten der Landwirte gegenüber dem Staat lässt die Frage nach der Legitimation der staatlichen Beihilfen an die Landwirtschaft aufkommen. Für das viele Geld das der Staat, respektive die SteuerzahlerInnen in die Landwirtschaft investieren, sollte die Landwirte anständige Löhne bezahlen und diese ordentlich abbuchen.
Jeder Sozialhilfebezüger der sich nicht an die Spielregeln hält, wird mit Sanktionen belegt. Bei den Landwirten scheinen andere Gesetze zu gelten.

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Autor: gedankenblitze  •  7. März 2008  • Rubrik: Soziale Frage •  Kommentare (2) • 
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2 Kommentare zu “Staatlich geförderte Schwarzarbeit”

  1. Rick

    Mit Verlaub *zwinker*, ein komplexes Thema.
    a) Landwirtschaftssubventionen sind in Wahrheit Lebensmittelsubventionen. Ist das Futter zu teuer jagt jedes Volk die Politik zum Teufel. Und das wissen Politiker.
    b) Subventionen hin oder her, Nebenerwerbslandwirte, Kleinstlandwirte, Agrarier in geografisch benachteiligten Regionen können sich Arbeitskraft ohne “Nachbarschaftshilfe” (=Schwarzarbeit) nicht leisten. Subventionen hin oder her.
    c) Agrarindustrielle hingegen und agrarische Großunternehmen sind grundsätzlich die Profiteure der Subventionswirtschaft. Aber interessanterweise nicht immer die Größten.
    d) die EU zB fördert vereinfacht u.a. nach Flächen. In Bayern zB bekommt kein normaler Landwirt daher nur annähernd EU-Subventionen wie sie etwa die kommunalen Forstflächen bekommen. Sprich in Bayern zB streift die öffentliche Hand einen Großteil der EU-Subventionen wieder selbst ein.

    Die Schweiz wiederum ist als Nicht-EU-Land und Hochpreisland sowieso in einer Sondersituation (und wegen der Cervelatkrise sowieso zum Untergang geweiht, schade um das schöne Land). Innerhalb der EU wiederum ist damals Kommissar Fischler gescheitert den Subventionswettbewerb zu beenden. Solange also zB die Französischen Landwirte als Musterbeispiel immer noch horrende Subventionen bekommen kann sich kein anderes Land leisten mit den eigenen SUbventionen aufzuhören ohne die eigenen Landwirte in die Unrentabilität zu schicken. Bei den Kleinlandwirten wiederum die, in der Schweiz wie zB in Ö, einen wesentlichen Beitrag zur touristischen Landwirtschaftspflege beitragen vergisst man gerne dass es sich dabei um 24h/365Tage Unternehmertum im Jahr handelt, selten mal Urlaub, dafür keinerlei soziale Absicherung. Dafür mit immer mehr Vorschriften die nur Geld kosten. Das wollen sich auch immer weniger Menschen so mehr antun (vulgo “Bauernsterben”).

    Wenn man also über Schwarzarbeit bei “den Bauern” spricht sollte man vielleicht *zwinker* das ganze Bild nicht außer Auge lassen, und bei “den Bauern” ein klein wenig differenzieren… ;)

  2. admin

    Ich schreibe bewusst nicht von Bauern, sondern von Landwirten. Ob jemand ein Bauer oder ein Landwirt ist, ist ein Unterschied.
    Da ich selber in der zeitweise in der Landwirtschaft beschäftigt bin (und eine Ausbildung als solcher habe), habe ich mir erlaubt meinen Meinung über die miesen Löhne kundzutun.
    Wer normal Arbeitet und nebenbei noch einen kleines Anwesen bewirtschaftet ist reich. Zumindest in der Schweiz. Direktzahlungen werden nach der Fläche und nicht nach der geleisteten Arbeit bemessen.
    Das Telefonbauern, (telefonieren dem Lohnunternehmen wenn es etwas zutung gibt) staatliche Subventionen erhalten ist eine Sauerei.
    Da in der Schweiz die Landwirtschaft ein Teil der Landesverteidigung ist, gelten hier, weltweit einmalige Regeln. ;-)


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