HarmoS oder die Verstaatlichung der Erziehung
Im ersten Moment sieht das Projekt HarmoS» (Harmonisierung der obligatorischen Schule) gut aus. Beim überlesen des Inhalt war ich angenehm überrascht. Ich dachte mir, dass es mit der Staatsschule endlich vorwärts geht.
Erst als ich mir Gedanken über den Inhalt von HarmoS machte, wurden mir dessen Mängel bewusst.
Mit der Einschulung mit vier Jahren, geht ein weiteres Stück der Kindheit verloren. Bevor das Kind intellektuell Bildungsfähig ist, wird es mit intellektuellen Inhalten indoktriniert. Das Kind muss ein weiteres Stück seiner Kindheit der Schule opfern und die Eltern verlieren einen Teil ihrer Entscheidungsfreiheit.
Das Beherrschen der englischen Sprache ist Grundbedingung um auf dem Arbeitsmarkt bestehen und sich in der Gesellschaft verständigen zu können. Englisch sollte zwingend ab der ersten Klasse unterrichtet werden. Anstatt mit dem Englisch erst in der fünften Klasse zu begingen, sollte der Unterricht sobald es möglich ist, ausschliesslich auf Englisch abgehalten werden. Bei der schlechten Qualität des Fremdsprachenunterrichts in der Staatsschule, ist es fahrlässig solange mit dem Englischunterricht zuzuwarten. Wenn es heute die Staatschule noch nicht schafft, allen Kinder das Lesen und das Schreiben zu beizubringen, wie sollte sie morgen fähig sein eine Fremdsprache zu vermitteln.
Da der Unterricht überall identisch ist, können bei Lernproblemen die SchülerInnen nicht mehr die Schule wechseln und in einem neuen System, von neuem begingen.
Der Unterricht der Staatsschule wird dem Kind nicht gerecht. Anstatt die Individualitäten der Kinder zu förden, werden sie zu wirtschaftskonforme Schablonenmenschen deformiert. Jedes Jahr das ein Kind in die Staatsschule geht, ist ein Jahr zu viel. Mit HarmoS wird die Indoktrination des Kindes um zwei weitere Jahre verlängert.
Das Schweizerische Schulwesen ist veraltet. Anstatt das sich der Staat aus dem Bildungswesen zurück zieht, vergrössert er seinen Einfluss auf Erziehung und beschneidet die Wahlfreiheit der Eltern.
Wer genug Geld oder die Möglichkeit besitzt sein Kind auf eine freie Schule zu schicken, der ist gut berraten wenn er/sie es macht. Momentan besteht keine Hoffnung, dass die Staatsschule je eine kindgrechte Institution wird.
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Autor: gedankenblitze • 31. März 2008 • Rubrik: Soziale Frage • Comments (2) •
Tags: Staatschule
am 1. April 2008 um 08:34 Uhr | #
Einspruch, und zwar zu 100 %.
Unsere Schulen sind grundsätzlich guter Qualität. Ich kann das als Vater einer bald 6 jährigen Tochter gut beurteilen. Da ist nichts von Indoktrination oder was weiss ich. Die Kinder werden sehr gut betreut, man geht auf das Individuelle ein, die Kinder sind glücklich und kommen immer bereichert zurück nach Hause.
Dass sich der Staat aus der Bildung zurückziehen soll, ist Mumpitz. Wer, wenn nicht der Staat, soll für die Bildung zuständig sein?? Private? Da dann gute Nacht!
HarmoS ist eine gute Sache. Bezeichnend ist, dass die SVP dagegen Sturm läuft. Logo, Mami soll weiterhin zu Hause sitzen und lismen.
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Ansonsten: Diese Seite ist sehr gut gemacht, auch wenn ich mit deren Inhalt wenig bis überhaupt nicht einverstanden bin. Gute Arbeit!
am 21. Dezember 2008 um 09:22 Uhr | #
@Gugus-Dada: Dein Pseudonym ist Programm.
HarmoS ist keine gute Sache. HarmoS ist eins der verlogensten Projekte, die an die Urne kamen. Wenn du dich mal genau mit HarmoS beschäftigst, wirst du dich schämen, wofür du gestimmt hast. Du wirst erleben, wie die guten Lehrer deiner Tochter wegen HarmoS den Bettel hinschmeissen werden, weil sie die staatliche Besserwisserei nicht länger ertragen (und noch mehr in die Privatschulen abwandern). Du wirst erleben, wie die Schülerzahlen in der Klasse deiner Tochter anschwellen, wie guter Unterricht erstickt wird, wie sich ein Schwarm von Experten und Beratern in der Schule breit machen, wie Bürokratie und Administration überhand nehmen.
Deine Argumentation ist tragisch: weil die SVP dagegen ist, muss HarmoS gut sein. Oh nein – das ist wirklich Gugus-Dada.