Kosovarisches Irgendetwas
Formal ist der Kosovo ein unabhängiger Staat, faktisch ist der Kosovo ein UN-Protektorat. Das Protektorat wird gemeinsam von der EU und den kosovarischen Behörden verwaltet.
Ohne auswärtige Hilfe ist der Kosovo nicht überlebensfähig. Obwohl viele Kosovaren von einem starken und unabhängigen Grossalbanien träumen, stehen die Aussichten für diesen Traum schlecht.
Den Kosovaren wurde die Unabhängigkeit zugestanden, weil die serbische Besatzung nicht mehr länger tragbar war. Eine Vereinigung des Kosovo mit Albanien und der albanischen Gebiete in Mazedonien steht ausser Frage.
Menschenrechte, Gewaltentrennung und Rechtssicherheit sind im Kosovo nicht gewährleistet. Wäre der Kosovo ein Staat, dann stünde er neben Somalia auf dem Failed State Index.
Die mafiösen Strukturen, die den Kosovo beherrschen, werden von den USA toleriert. Es ist kein Geheimnis, dass der Kosovo eine Drehscheibe des Drogen- und Menschenhandels ist. Die USA haben mehrmals zugunsten der kosovarischen Mafia interveniert und dafür gesorgt, dass die zu Drogengangster mutierten UCK-Kämpfer nicht entwaffnet werden.
Warum die USA ihre schützende Hand über den Kosovo halten, ist eine interessante Frage.
These 1: Transinistrischer Energiekorridor
Die US-Regierung unter George Bush verfolgte den Plan Russland zu spalten und zu schwächen. Die rohstoffreichen Nachbarländer und Teilrepubliken wurden ermutigtet sich von Russland abzuwenden.
Die US-Regierung wollte die Kontrolle über die eurasischen Gas- und Erdölvorkommen übernehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Russlands Nachbarländer und die abspenstigen Republiken in die NATO eingebunden. Der Plan war, rund um Russland Gas- und Erdölpipelines zu bauen.
Die Pipelines wären von der Schwarzmeergegend in der Nähe des ehemaligen Jugoslawien gebaut worden (Transinistrischer Energiekorridor).
Für die USA wäre es ein Einfaches die Kontrolle über einen schwachen Kosovo zu übernehmen. Käufliche Politiker und Gangster machen weniger Probleme als selbstbewusste Liberale und Demokraten.
These 2: Paralysierung Europas
Unsichere Verhältnisse auf dem Balkan destabilisieren Europa. Der Menschen- und Drogenhandel höhlt Europa aus. Europa verliert an Substanz und wird schwach.
Mit den Staaten geht die Wirtschaft unter. Ein geschwächtes Europa verliert an Gewicht und dessen Wünsche und Bedürfnisse müssen nicht mehr berücksichtigt werden.
Die Hauptinteressen der USA liegen im asiatischen und pazifischen Raum. Die Schwellenländer Indien und China steigen zu regionalen Supermächten auf.
Ein schwaches Europa begünstigt der Aufstieg von China und Indien. Ein destabilisierter Balkan beschleunigt den Untergang Europas und fördert den Aufstieg der asiatischen Supermächte.
These 3: Automatische Entwicklung
Im Vertrauen darauf das die demokratische und wirtschaftliche Entwicklung von selber kommt, schützen die USA den Kosovo und garantieren den Status quo.
Mit der wirtschaftlichen Entwicklung kommen das Geld und der Mittelstand. Der Mittelstand schafft die Bedingungen, unter denen die Demokratie entstehen kann.
Albanien, Bulgarien und Rumänien sind schwach entwickelte Länder. Die Entwicklung Südosteuropas ist für die Wirtschaft ein gutes Geschäft.
Neben satten Profiten sorgt die Entwicklung für stabile Verhältnisse.
Lieber kriminelle und korrupte Partner als keine Partner. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung wird die Korruption zurückgedrängt.
Langfristig werden alle südosteuropäischen Länder in die EU aufgenommen. Die Mitgliedschaft in der EU löst die wirtschaftlichen und politischen Probleme Südosteuropas.
Quellen:
Putin torpediert den EU-Energiekorridor
Georgien ist ein Energiekorridor für den Westen
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Autor: gedankenblitze • 5. Juni 2009 • Rubrik: Soziale Frage • Comments (0) •
Tags: Geostrategie, Kosovo, Politik