Netlog und die Pädagogen
„Alles was Spass macht, wird verboten, von irgend welchen Idioten“ sang Georg Danzer vor über 20 Jahren. Seit es die Jugend gibt, bekommt sie von den Erwachsenen zu spüren, das sie unerwünscht ist.
Der junge Werther litt und Jerome David Sailinger gab 1951 der neuzeitlichen Jugend mit seinem Buch The Catcher in the Rye (Der Fänger im Roggen) eine Stimme.
Adoleszenz ist eine schwierige Phase im Leben eines jeden Menschen. Junge Menschen haben es seit jeher schwer, ihren Platz zu finden.
Zum Erwachsenwerden braucht es Freiräume, das Recht sich zu irren und Fehler zu machen. Erwachsene sind in der jugendlichen Welt nicht immer willkommen oder gar nützlich.
Dem Menschen wurde das Recht einfach zu SEIN abgesprochen. Er ist ein Wirtschaftsfaktor der von seinen ersten Tag an, sich ANPASSEN und LEISTUNG bringen muss.
Unproduktive Begleiterscheinungen des ERWACHSEN- und MENSCHWERDEN sind unerwünscht. Der Jugendliche hat sich anzupassen, zu leisten und zu konsumieren.
Die Erwachsenenwelt achtet darüber das die Jugend sich anpasst, immer schön konsumiert und ja nicht eigene Wegen geht.
Die Ankündigung eines Botellón versetzt die Autoritäten so stark in Aufregung, dass es vorsorglich verboten wird. Wenn die Erwachsenen saufen geht das okay, denn der Staat kann Steuern abgreifen.
Kaum hat sich die Aufregung um das Botellón ein wenig abgebt, schon sollen den Jugendlichen einer weiteren Ausdrucksmöglichkeit beraubt werden. Netlog ist ins Visier der berufsempörten Pädagogen geraten. Auf Netlog wird über Lehrer gelästert und schlimmer noch, Profile mit lasziven Fotos bestückt.
Bei der Qualität der heutigen Lehrerschaft ist es kein Wunder das diese nicht mit Kritik umgehen kann.
Jeder Beruf stellt spezifische Anforderungen, die nicht erlernbar sind. Sie bilden die Voraussetzung um den Beruf ausüben zu können.
Landschaftsgärtner sind wetterfest und haben grosse Oberarme. Krankenschwestern sind verständnisvoll und einfühlsam. Lehrer verfügen über eine natürliche Autorität.
Wenn rückgratlose Leute die über keinerlei pädagogische Qualitäten verfügen Lehrer werden, ist es kein Wunder wenn sie verlacht und verspottet werden.
Mit Sparmassnahmen und andere Schikanen wurde dafür gesorgt das die fähigen Lehrer den Dienst quittiert haben. Das Mittelmass und die Speichellecker sind zurück geblieben. Ihre Quittung finden diese nun auf Netlog.
Der Staat gibt vor die Pornographie zu bekämpfen, aber er nimmt gerne die Steuergelder aus dem Rotlichmilieu entgegen.
Die Verhaltensweise der Erwachsenen der Jugend etwas verbieten wollen ist immer verlogen. Bei dem Botellón ist das so und bei Netlog ist auch nicht anders.
Gewisse Dinge werden sich nie ändern. Das Leiden der Jugend an der Welt, ist eines davon.
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Autor: gedankenblitze • 22. August 2008 • Rubrik: Philosophie • Comments (2) •
Tags: netlog
am 26. August 2008 um 07:47 Uhr | #
Nein.
Ich persönlich mag Netlog überhaupt nicht. Doch mal davon abgesehen, dass der Verfasser des Artikels die Rechtschreibung nicht wirklich beherrscht, muss ich ihm zustimmen.
Lehrer arbeiten nun mal sehr nahe mit Kindern zusammen, und wie das halt so ist, kann man als Schüler nicht immer gleicher Meinung wie der Lehrer sein, etwa wenn es um Hausaufgaben, Tests, Ess- und Trinkverbot im Schulzimmer, Rauchverbot an der Schule, etc. geht.
Logisch meckert man dann über den Lehrer, obwohl er fachlich kompetent wäre.
“Das Mittelmass und die Speichellecker sind zurück geblieben.” ist eine reine Mutmassung, während meiner Primar-/Sekundarschulzeit hatte ich durchaus kompetente Lehrer. In der Berufsschule sieht es im Moment etwas anders aus, BMS ist ok. Trotzdem schreibe ich keine Hasstiraden im Internet gegen die personifizierte Inkompetenz, die manche Lehrer nun mal darstellen. Erstens weil es strafbar ist, zweitens weil ich das selbst nicht will, etwas Anstand gehört zum Menschsein.
Doch wie du selbst sagst: “Netlog ist ins Visier der berufsempörten Pädagogen geraten. Auf Netlog wird über Lehrer gelästert und schlimmer noch, Profile mit lasziven Fotos bestückt.”
Das grössere Problem sind die freizügigen Fotos. Darauf gehst du gar nicht ein, ausser vielleicht damit:
“Der Staat gibt vor die Pornographie zu bekämpfen, aber er nimmt gerne die Steuergelder aus dem Rotlichmilieu entgegen.”
Achso. Also sollten nun auch die kleinsten Kinder in Unterwäsche vor Webcams herumtanzen und jeder darf das sehen? Kinderpornographie und das sog. Rotlichtmilieu sind etwas verschiedenes, etwa so wie 15-jährige Kampftrinker und Erwachsene bei einem Empfang mit Champagner.
Es geht nicht darum, den Kindern etwas zu verbieten, sondern sie zu schützen.
Sie kennen die Gefahren des Internets noch nicht. Würdest du einem Kind erlauben, mit einer Tasch voller Geld abends um 3 durch Zürich zu laufen? Nein, nehme ich jetzt mal an.
Genausowenig sollte man ihnen erlauben, sich so freizügig im Internet zu präsentieren.
Ich hoffe, du verstehst meine Argumente…
am 23. März 2010 um 06:03 Uhr | #
Netlog entpuppt sich immer mehr als Tummelplatz für Gewaltverherrlichung und Nationalsozialismus Kind- und Jugendgerecht. Auch wenn man illegale und gewaltverherrlichende Bilder meldet, kommt es häufig vor, das Netlog diese komplett in Ordnung findet.
Dort posieren Alba-kingz und Chechena-Killah und blablabla mit Schlagring und anderen illegalen Waffen, dort wird offen Nazipropaganda übermittelt aber wenig dagegen getan. Die einstige “Alarm-Meldung” über SchülerVZ in Monitor ist ein Witz gegenüber Netlog.