Absolute Gewalt
Obwohl die Statistik etwas anderes sagt, nimmt die alltägliche Gewalt zu. Das gesamte soziale und ökonomische Leben ist von Gewalt durchtränkt.
Der wirtschaftliche Druck und übermässige Erwartungen lasten auf den Menschen. Beziehungen brechen auseinander, weil die materiellen Erwartungen, die an sie gestellt werden, nicht erfüllt werden können.
Unsinnige Gewinnvorstellungen und der Druck durch die Konkurrenz zwingen die Arbeitgeber dazu Unmögliches von ihren Angestellten, zu verlangen.
Sozialdarwinismus und eine neoliberale geprägte Ordnungspolitik sind der äussere Anlass zur Zunahme der Gewalt. Vertieft betrachtet ist die Gewalt der physische Ausdruck einer sich auflösenden Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung.
In der Zeitenwende nimmt die Gewalt zu. Ob im alten Rom, in der Reformation, am Anfang des Ersten Weltkriegs oder am Ende der Weimarer Republik, sobald der Zerfall einsetzt, nimmt die Gewalt zu.
Hinter der Gewalt verbirgt sich die Sehnsucht nach der Umwertung aller Werte. Die Gewalt ist die Antithese zum Materialismus. Die Gewalt zerstört alles, was dem Materialismus heilig ist. Sie zerstört die Dinge (Sachen) und macht vor dem Leben nicht halt.
Wenn eine überlebte Gesellschaftsordnung zum Gefängnis wird, dann nimmt die Gewalt zu. Gewalt ist das einfachste Mittel, um aus einem Schema auszubrechen und Neues, zu schaffen.
Gewalt ist absolut und unumkehrbar. Was sie zerstört ist für immer verloren. Wenn die kollektive Gewalt zu nimmt, dann ist ein Umbruch, dem ein Neuanfang folgt, nicht mehr fern. Wenn den Menschen ihre Stimme und alle anderen Ausdrucksmöglichkeiten fehlen, dann greifen sie zur Gewalt.
Legendär ist die Schlacht von Langemarck, die den Ersten Weltkriegs mystisch verklärte. Trunken vor Kriegsbegeisterung marschierten singende deutsche Soldaten mit entblösster Brust in das Feuer der feindlichen Maschinengewehre.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die Gewalt in den nächsten Jahren zunehmen wird. Rom ging nicht in einen Tag unter, es zerfiel langsam. Im Inneren nahm die Gewalt stetig zu und die äusseren Feinde versetzten dem römischen Reich den endgültigen Todesstoss.
Wikipedia: Mythos von Langemarck
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Autor: gedankenblitze • 19. September 2009 • Rubrik: Soziale Frage • Kommentare (0) •
Tags: Gesellschaft, Gewalt, Langemarck, Zeitenwende