René Kuhn und die zerlumpten Weiber
Ohne sich viel dabei zu überlegen, hat René Kuhn ein Tabu gebrochen. Im Spätsommer 09 beschwerte er sich auf seiner Website über das Aussehen der Schweizerinnen.
Er kam zum Schluss, dass die Schweizerinnen schlecht aussehen, ungepflegt und unweiblich sind. Er stört sich daran das die Schweizerinnen sich nicht ihre Nägel lackieren und nicht die grauen Haare färben. Er bemängelt das Helvetiens Töchter anstatt High Heels bequeme Schuhe und Rucksäcke tragen. Das unweibliche Benehmen und der nicht vorhanden Hüftschwung der Schweizerinnen, sind ihm ein Dorn im Auge.
Im Gegensatz zu den Migrantinnen aus Osteuropa sind die Schweizerinnen zerlumpte Mannweiber, denen jegliche Weiblichkeit abgeht.
Der Sturm der Entrüstung liess nicht lange auf sich warten. Den beleidigten Aufschrei der gescholtenen Schweizerinnen begegnete er mit dem Hinweis, dass das Thema schon lange fällig sei und er lediglich ein Tabu gebrochen habe.
Mit seinen Äusserungen hat sich René Kuhn in die Nesseln gesetzt. Publikumsbeschimpfungen sind Künstler und Intellektuellen vorbehalten. Das ein Politiker das Elektorat, das ihn wählen soll beschimpft, ist ein Unding. René Kuhn musste sich dem äusseren und parteiinternen Druck beugen und die Konsequenzen ziehen.
Aber dafür hat er das Thema seines Lebens gefunden. Heute macht er sich als Frauenverschönerer einen Namen und schreibt ein Buch über sein Thema.
Das Tabu das René Kuhn gebrochen und die Frage, die er gestellt hat, waren wirklich fällig. Um die Tragweite seiner Frage zu verstehen, muss sie umformuliert werden.
Die Frage lautet: Darf der Mensch so leben, wie er will, oder muss er sich der Gesellschaft unterordnen? Wer in der Gesellschaft bestimmt wie die Menschen zu sein haben und legt die Verhaltensmaximen fest?
Darf eine Frau sich so kleiden, wie es ihr gefällt und bequeme Kleider tragen, oder muss sich sie den gesellschaftlichen Vorstellung über Schönheit und Weiblichkeit beugen?
Die Frage, die René Kuhn gestellt hat, ist sehr aktuell. Wer heute eine Arbeit sucht, der hat nur Erfolg, wenn seine Papiere stimmen und der vorgegebene Lebenslauf eingehalten wurde.
Für Individualität und Anderssein ist kein Platz in der Gesellschaft. Die sogenannten Freiheiten sind in Wahrheit Zwänge. Das Kollektiv wacht darüber, dass das Individuum nicht von dem vorgesehenen Lebenslauf abweicht.
René Kuhn hat die Diskussion angestossen, wie viel Freiheiten einem Individuum zustehen. Die Diskussion darüber, dass der kollektive soziale und ökonomische Zwang, das Individuum zermalmt, war schon lange fällig.
Höchstwahrscheinliche hat sich René Kuhn die Diskussion anders vorgestellt, aber auf sein Buch darf man schon heute gespannt sein.
Die Karriere ist René Kuhn gewiss, mit seinen Überlegungen wird er es weiter bringen, als dass er es als Luzerner Stadtrat je gebracht hätte.
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Autor: gedankenblitze • 19. September 2009 • Rubrik: Soziale Frage • Kommentare (0) •
Tags: Frauen, Freiheit, Kollektiv, René Kuhn, Vogelscheuchen, Zwang