Affäre Polanski – ein Nachtrag
Zwei Wochen nach der Verhaftung von Roman Polanski ist wieder Ruhe eingekehrt. In der Blogsphäre hat sich die Aufregung gelegt. Sowohl die Fürsprecher wie auch die Gegner Roman Polanskis sind wieder zur Tagesordnung zurückgekehrt.
Gemessen an der Heftigkeit mit der argumentiert und debattiert wurde, ist es erstaunlich, wie schnell wieder Ruhe eingekehrt ist.
Die Debatte wurde heftig, mit viel Emotionen und wenig Sachverstand geführt. Die Meinungen, vor allem die der Befürworter der Verhaftung waren schnell gemacht. Ohne weitere Nachfragen stand fest, dass Roman Polanski ein pädophiler Vergewaltiger ist.
Jeder noch so kleine Zweifel an der offiziellen Version wurde mit dem Hinweis, dass Roman Polanski ein Pädophiler ist, zu nicht gemacht. Roman Polanski ist ein Pädophiler und jeder der daran Zweifel anmeldet ist ein Pädophilorelativierer, der dem Kindsmissbrauch Vorschub leistet.
Mit dem Abflauen des Polanski-Hypes hat sich das Interesse am Schutz der Kinder wieder gelegt. Da wo vor wenigen Tagen Polanski und alle die nicht gegen ihn sind, als Pädophile in Grund und Boden verdammt wurden, wird heute wieder die eigene Befindlichkeit thematisiert.
Den Kindern geht es heute so schlecht oder so gut vor einem Monat, als Roman Polanski noch auf freiem Fuss war. Weder Tageschulen noch Kinderkrippen wurden flächendeckend eröffnet, prekäre, existenzbedrohende wurden immer noch nicht verboten und die Kinderarmut und die Kindersklaverei existieren immer noch.
Wer glaubt das mit der Verhaftung von Roman Polanski irgendetwas gegen pädosexuelle Straftäter erreicht wurde, der irrt gewaltig.
Spätestens seit den Affären um Marc Dutroux und Natascha Kampusch ist bekannt, das einflussreiche Kreise im Hintergrund mitmischen.
Der Verdacht, dass um das zu vertuschen was im Hintergrund läuft ein Sündenbock gebraucht wurde, ist naheliegend. Roman Polanski ist der ideale Sündenbock, er ist so berühmt und so bekannt, dass seine Verhaftung wie ein echtes Engagement gegen den Kindsmissbrauch wirkt.
Letzten Freitag den 9. Oktober 09 befreite sich in Zürich ein Kleinkind aus seinem Kindersitz, öffnete die Autotüre, fiel heraus und wurde überfahren.
Kein Blogger klagt über die mangelhafte Sicherheit der Kindersitze. Niemand der das Schicksal von Roman Polanskis Opfer bedauerte, äussert ein Wort des Mitleids mit der bedauernswerten Mutter und dem toten Kind.
Den Blogger die sich lautstark über Roman Polanski entrüstet haben, ging es nur um sich selber und ihren Traffic. Alles andere war ihnen egal, wenn nicht, dann wären bis heute ihrem Thema, dem Schutz der Kinder treu geblieben.
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Autor: gedankenblitze • 12. Oktober 2009 • Rubrik: Medien • Comments (2) •
Tags: Pädophilie, Pädosexualität, Roman Polanski
am 13. Oktober 2009 um 06:11 Uhr | #
Ja klar – die Polizei hat die Unfallbeteiligten und Zeugen gar noch befragen können, aber auf diesem Blog weiss man, dass es der Kindersitz war, der diesen äusserst tragischen Unfall verursacht hat. Die Türe, die angeblich mit einer Kindersicherung gesichert war, ging wohl von Geisterhand auf.
Was Sie da schreiben und die Inbezugsetzung mit dem Fall Polanski: Vergewaltigung mit diesem schlimmen Unfall zu vergleichen, ist schlicht ungeniessbar. Auch dieser erneute Versuch, Polanskis Tat zu verharmlosen, scheitert.
am 14. Oktober 2009 um 15:48 Uhr | #
Im Text wird nichts relativiert, ich habe nur die Frage gestellt nach dem Verbrechen hinter dem Verbrechen.
Relativieren ist das eine und Zusammenhänge herstellen das andere!