Krankes System

Im Tessin fürchten die Bankangestellten um ihren Job, weil die Italiener ihr Schwarzgeld abziehen.
Im Endeffekt bedeutet dies nicht anderes, dass ein wesentlicher Teil der Tessiner Wirtschaft davon abhängt, dass die Italiener Steuern hinterziehen.
Eine Wirtschaft, die auf Kriminalität aufgebaut ist, hat keinen Bestand. Früher oder später fliegen die illegalen Machenschaften auf und die Beteiligten werden zu Rechenschaft gezogen.
Das Traurige dabei ist, dass dieser Vorgang sich regelmässig wiederholt. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten sich die Schweizer wegen ihrer Kollaboration mit den Nazis von den Amerikanern freikaufen.
Die nachrichtenlosen Konten waren der Skandal der 1990er Jahre. Ob die oder die Marcos- oder Duvaliergelder, jedes Mal brauchte es einen Skandal, bevor die geraubten Gelder rückerstattet werden.
Die Waffenindustrie geschäftet genauso wie die Banken in einer rechtlichen Grauzone. Waffenexporte über drei Ecken in Krisenregionen und die Missachtung von UNO-Sanktionen ist das tägliche Geschäft der Waffenindustrie.
Früher oder später wird die Schweiz für ihre Waffenexporte zur Rechenschaft gezogen. Was heute eine Krisenregion ist, ist morgen ein Schwellenland und übermorgen eine Wirtschaftsmacht. Sobald sich die Kinder der Kriegsopfer fragen, woher die Waffen kommen, die Leid über ihre Eltern gebracht haben, wird es eng für die Schweiz.
Der Aufstieg von Libyen zu einer starken Mittelmacht ist ein mahnendes Beispiel dafür was passiert, wenn die Kinder der Opfer Genugtuung verlangen.

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Autor: gedankenblitze  •  30. Oktober 2009  • Rubrik: Medien •  Kommentare (0) • 
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