Minarette – Machtsymbole – Schweizer Identität
Minarette sind Symbolbauten. Die Reaktionen der Gegner wie auch der Befürworter der Minarettinitiative, zeigen das Minarette einen hohen Symbolwert haben.
Das Verbot von Minaretten hat zu wütenden Reaktionen in der islamischen Welt geführt. Ungeachtet der Tatsache das Moslems in der Schweiz ihre Religion frei ausüben können und mehr Bürgerrechte, als in ihren Herkunftsländer geniessen, wird die Schweiz des kollektiven Rassismus bezichtigt. Die Reaktionen aus der islamischen Welt und von den Gegnern der Minarettinitiative, legen den Schluss nahen, dass Minarette Symbole von hohem Stellenwert sind.
Ob die Minarette Symbole für eine Islamisierung Europas, für Weltoffenheit und religiöse Toleranz sind, sei dahin gestellt. Minarette sind Symbole, in die jeder das hereinprojizieren kann, was ihn Beschäftigt.
Abseits von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und religiösen Streitigkeiten, ist es eine Tatsache das in den letzten 30 Jahren eine Million Menschen in die Schweiz eingewandert sind und die Schweiz überbevölkert ist.
Heute stellt sich die Frage, wohin die Schweiz sich entwickelt. Soll die Schweiz zu einem zubetonierten Einfamilienhausquartier werden, das von St. Margereten bis Genf reicht, oder soll die Schweiz ihre Identität behalten.
Soll die Schweiz ein Land bleiben, in der die Natur und die Landwirtschaft auch einen Platz haben, oder soll sie zu einer Agglomeration werden, in der es alle 20 Kilometer einen Schaubauernhof mit Streichelzoo gibt.
Bei der Minarettinitiative ging es unter anderem darum ob eine eingewanderte Minderheit, die sich nicht in das traditionelle Gefüge einfügt, platz für ihre Kultur und Religion bekommen soll.
Es besteht einen Interessenkonflikt zwischen einer wirtschaftlichen, urban orientierten Elite und ländlichen Bewohner, die traditionelle schweizerisch fühlt.
Die urbane Elite, die von der Einwanderung profitiert, profitiert doppelt. Sie wird reich und festig ihre gesellschaftliche Spitzenposition.
Die handwerklich und bäuerlich orientierte Landbevölkerung verliert in mehrfacher Hinsicht. Wirtschaftlich wird sie an den Rand gedrängt und die ursprüngliche Kulturlandschaft fällt Infrastrukturbauten und Einfamilienhausquartieren zum Opfer.
Mit jedem neu ankommenden Einwanderer geht ein Stück der schweizerischen Identität verloren und nimmt der ökologische und wirtschaftliche Druck zu.
Der Wohlstand den die Einwander bringen, kommt alleine der urbanen Elite zugute. Die Werktätigen, Handwerker und Bauern konnten bis heute noch nicht von der Einwanderung profitieren.
Die Angst vor dem Verlust der traditionellen Identität hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus zu tun.
Ob jemand eher weltoffen ist und die Multikulturalität schätzt, oder mehr der traditionellen Lebensart und ihren Werten zugeneigt ist, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Bei der Minarettinitiative haben sich die konservativen Skeptiker durchgesetzt. Die urbane Elite wurde in ihrem Streben nach Aufstieg und Reichtum gebremst.
Das Pendel schlägt zurück. Weder die Personenfreizügigkeit noch die Globalisierung haben ihre Versprechen erfüllen können. Die Realität gibt den Skeptiker recht.
Das Ja zu Minarettinitiative ist ein Zeichen dafür, dass es Zeit für eine Pause ist. Die Integration der Einwanderer und Muslime kann nur gelingen, wenn alle gleichermassen an dem Gewinn und dem Verlust der Immigration beteiligt sind.
Erfahrungsgemäss kommt es zu Spannungen, wenn die einen nur gewinnen und die anderen nur verlieren.
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Autor: gedankenblitze • 6. Dezember 2009 • Rubrik: Soziale Frage • Kommentare (0) •
Tags: Einwanderung, Identität, Migration, Minarette, Politik, Schweiz, Tradition, Überbevölkerung