Toleranzartikel
Nach der gewonnen Minarettinitiative ist die SVP sich ihrer Sache sicher. Die SVP wertet die Annahme des Minarettverbots primär als ein Sieg für die Partei und weniger als ein Sieg in der Sache.
In der Annahme, dass das Minarettverbot ein Zeichen dafür ist, dass das Volk sich weniger Toleranz und weniger Menschlichkeit wünscht, legt die SVP neue Vorschläge auf den Tisch.
Die SVP stellt das Folterverbot und die Menschenrechtscharta infrage. Darüber ob die Folter und die Todesstrafe wieder eingeführt werden sollen, sollte das Volk befinden. Initiativen sollen künftig nicht mehr auf ihre Rechtmässigkeit hin überprüft werden, die käufliche Demokratie wird höher als die Menschlichkeit bewertet.
Autoritäre und totalitäre Tendenzen sind in der SVP nichts Neues. Der Streit den René Kuhn um die zerlumpten linken Weiber vom Zaun gebrochen hat, ist symptomatisch für die SVP. Die SVP ist eine reaktionäre Männerpartei, die danach trachtet die Freiheit des Individuums zu nivellieren.
Alles, was den Verstand eines kleinkarierten Füdlibürgers übersteigt, ist der SVP suspekt. Die SVPler möchten das Rad der Geschichte um dreihundert Jahre zurückdrehen.
Das Ziel der SVP ist es, mit demokratischen Mittel die Demokratie abzuschaffen und die Despotie des gesunden Volksempfindens einzuführen. Toni Brunner steht mit seinen Kollegen auf der gleichen geistigen Stufe wie die Taliban und Joseph Goebbels.
Während die SVP so schnell als möglich ins Mittelalter zurückwill, wollen besonnenere Kräfte den Niedergang mit einem Toleranzartikel stoppen.
Dem Vernehmen soll der Toleranzartikel ein typischer schweizerischer Kompromiss sein. Verschleiern ja, aber nur Verschleiern light. Minarette ja, aber nur in halber Höhe nach Isonorm. Religion ja, aber nur diskret und unauffällig.
Und als besonders Schmankerln wird den Zeugen Jehovas das Missionieren in schlecht sitzenden Anzügen verboten.
Der Toleranzartikel wird ausgewogen und bis in letzte Detail ausbalanciert sein. Glauben darf man, woran man will, aber nur, solange es niemand stört und das Geld brav auf das Bankkonto getragen wird.
Da der Toleranzartikel für jeden etwas bietet und niemand bevorteilt, hat er gute Chancen vom Volk angenommen zu werden.
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Autor: gedankenblitze • 13. Dezember 2009 • Rubrik: Soziale Frage • Kommentare (0) •
Tags: Politik, SVP, Toleranzartikel