Der Nazi-SVP-Vergleich

Die SVP wird oft mit den Nationalsozialisten verglichen. Bei jeder Kontroverse taucht früher oder später der Hitler-Blocher und der Nazi-SVP Vergleich auf.
Vor und nach der Minarettinitiative wurde der Vergleich zwischen den Nazis und den SVPler fast inflationär gebraucht.
Die Reaktion ist jedes Mal die Gleiche. Die SVPler beteuern das Sie lumpenreine Demokraten und keine Rassisten sind. Seriöse und besonnenere Zeitgenossen empfinden den Nazi-SVP-Vergleich als pubertär und überrissen.
Auf den ersten Blick ist die Gleichsetzung der SVPler mit den Nazis deplatziert.
Über die Distanz der Letzten zwanzig Jahren gesehen, offenbart der Werdegang der SVP erstaunliche Parallelen mit dem der Nationalsozialisten vor 100 Jahren.
Fünfundzwanzig Jahre der Agitation und der Propaganda durch Christoph Blocher und seine Getreuen haben die Schweiz verändert.
Um nicht unterzugehen, ist der politische Mitbewerb der SVP nach rechts gerückt. Die SP erwägt ein Bettelverbot, die FDP will die Verschleierung der Frau verbieten und die CVP die jüdischen und moslemischen Friedhöfe verbieten.
Heute stehen die elementarsten Menschen- und Bürgerrechte zur Disposition. Schleichend zersetzt das Gift des Hasses und der Intoleranz die Gesellschaft. Wie einst die Nazis, hat es die SVP geschafft, ein xenophobes Klima des Misstrauens zu schaffen.
Als Christoph Blocher und Ueli Maurer ende der 1980er Jahre damit begangen die Gesellschaft mit ihren Hasstriaden (Messerstecherinserat) einzudecken, stand die Provokation im Vordergrund.
Mit dem, was als Provokation und Tabubruch gedacht war, wurde mit der Zeit ernst. Aus dem, was einst als gezielte Provokation konzipiert wurde, wurde mit den Jahren Glaubensinhalte.
Heute geht es nicht mehr um rhetorische Provokationen, heute es um die bürgerlichen Freiheiten und die Menschenrechte.
Der Antisemitismus, der die deutschen Juden in die Konzentrations Lager brachte, begann Jahrzehnte, bevor Hitler an die Macht kam. Hitler verstand es, den latenten Antisemitismus für seine Zwecke zu vereinnahmen.
Weder dieses noch nächstes Jahr kommt es in der Schweiz zu Pogromen gegen Muslims, Zigeuner oder andere Randgruppen. Je länger das Klima des latenten Hasses und des Misstrauens schwelt, umso stärker sinkt die Hemmschwelle. Noch weitere 20 Jahre des Blocherismus und die Schweiz ist da, wo Deutschland 1932 war.
Weder Christoph Blocher noch Ueli Maurer ist ein Nazi. Aber sie haben eine Entwicklung angestossen, die einem faschistoiden und autoritären Staat den Weg ebnet.
Bis in die Worte hinein lassen sich zwischen den „Blocheristen“ und den Nationalsozialisten Ähnlichkeiten feststellen.

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Autor: gedankenblitze  •  14. Dezember 2009  • Rubrik: Soziale Frage •  Kommentare (0) • 
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