Bankgeheimnis aka Güllenen
Der schleichende Machtzerfall der Banken lässt die von ihnen alimentierte Politikerkaste schlecht aussehen.
Bei der UBS ist der Fall soweit gediehen, dass selbst ihre treusten Parteigänger sich von ihr abwenden. Wer die UBS in der gegenwärtigen Verfassung unterstützt, der muss um sein politisches Überleben fürchten.
Der Niedergang des Bankgeheimnisses ist Trauerspiel der besonderen Art. Der Bundesrat steht wie einst die texanischen Patrioten in Alamo auf verlorenen Posten und verteidigt etwas, was unumkehrbar dem Tote geweiht ist.
Der Unterschied ist, dass es in Alamo um etwas ging und es beim Bankgeheimnis um nichts mehr geht.
Die Parallelen zwischen der Gegenwart und der Güllener Gegenwart im Besuch der alten Dame sind unübersehbar. Was heute gespielt wird hatte Friedrich Dürenmatt vor Jahrzehnten als Schweizer Eigenart erkannt.
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Autor: gedankenblitze • 5. Februar 2010 • Rubrik: Realsatire • Kommentare (2) •
Tags: Bankgeheimnis, Der Besuch der alten Dame, Friedrich Dürrenmatt
am 11. März 2010 um 11:11 Uhr | #
Dürrenmatt’sche Groteske
Was jetzt in unserm Land abläuft, ist eine Groteske erster Güte. Schade, dass Friedrich Dürrenmatt nicht mehr unter uns weilt. Er hätte das Talent gehabt, den Stoff der sich vor unseren Augen abspielenden Realsatire in einer Tragikomödie zu verarbeiten und auf der Bühne darzustellen. Alle in dem Drama verstrickten tragischen Figuren haben sich derart hilflos in einem Spinnengewebe von Schuld oder Mitschuld verheddert, dass sie sich nicht mehr daraus werden befreien können, soviel sie auch strampeln mögen. Und wie in Dürrenmatts Tragikomödien üblich, wird die Realgroteske helvetischen Zuschnitts die schlimmstmögliche Wendung nehmen.
am 11. März 2010 um 19:17 Uhr | #
Da fällt mir nur noch der alte Spontispruch ein: „Ich gehe kaputt, kommst du mit?“