AJZ 2.0

Die Geschichte wiederholt sich nicht. Ob Zufall oder nicht, dreissig Jahre nach Ausbruch der 80er Unruhen, hat sich die Zürcher Jugend zurückgemeldet.
Im Winter 1980 begehrte die Jugend auf und verlangte nach autonomen Räumen, in denen sie sich Selbstverwirklichen konnte.
Die 80er Jugendunruhen brachen unerwartet aus. Das Establishment wurde kalt erwischt. Nachdem die spiessige Schweiz die 68er Unruhen überwunden hatte und sich an die „Langhaardackel“ gewohnt hatte, dachten Herr und Frau Schweizer, dass das Schlimmste ausgestanden sei.

AJZ 1.0

In den 1970er Jahren hatte es die Jugend wie heute schwer. Es herrschte Lehrstellenmangel und der Lebensstil der Jugend wurde von der tonangebenden Aktivdienstgeneration nicht geduldet.
Freiräume gab es keine, lange Haare und laute Musik wurden so gut es ging bekämpft.

AJZ Redux

Heute ist die Situation ähnlich wie in den 1970er Jahren. Lehrstellenmangel, Repression und Perspektivlosigkeit bestimmen den Alltag der Jugend. Wer Glück hat, der findet Lehrstelle und wer Pech, reiht sich in die Masse der unterbezahlten Prekärbeschäftigten ein.
Auch wer Arbeit hat, muss leiden. Ohne den Einsatz von Psychopharmaka und anderen Stimulanzen hält niemand das Tempo aus, dass ihm die liberalisierte Arbeitswelt aufzwingt.

Was sich geändert hat

Im Unterschied zu den 1980er Jahren herrscht heute eine weitverbreitete Unzufriedenheit.
Während die Jugendlichen in den 1980er Jahren die einzige soziale Gruppe war, die Aufbegehrte, wird heute der Alltag von sozialen Spannungen bestimmt.
Streiks und randalierende Milchbauern gehören in den Zehnerjahren zum Alltag.
Das System hat sich überlebt. Von aussen kommt es wegen seines kriminellen Geschäftsgebarens unter Druck und im Inneren haben die Bürger den Glauben an ihren Staat aufgeben.
Weil die in Bern so oder so machen was sie wollen, bleiben 60% der Stimmbürger zuhause.
Aus Frustration über die Lügner (z.b. Hans Rudolf Merz), Kriminellen (z.b. Eugen Haltiner ) und Raubritter (z.b. Daniel Vasella) die sie Beherrschen haben die Bürger dem Staat den Rück zu gewandt.
Anders als vor 30 Jahren ist die Bereitschaft zu Streiks und Gewalt vorhanden. Die unterschiedlichsten sozialen Gruppen warten auf eine Gelegenheit bei der sie ihre Wut ablassen können.

Wenn es knallt

Viele enttäuschte und betrogene Menschen warten auf einen Anlass, um ihren Frust loszuwerden.
Wenn die Situation so aufgeladen ist, dass aus nichtigem Anlass die Gewalt explodiert, dann braucht es nicht viel, bis der Funke springt und der soziale Sprengstoff explodiert.

Propaganda der Tat

Gewalt ist Aussage genug. Sie braucht keine Positionspapiere oder andere schriftliche Äusserungen um sich zu erklären. „Mach kaputt, was dich kaputt macht“ war der Slogan der 80er Jugend.
Und heute hat die Vergangenheit wiedereinmal die Zukunft eingeholt.

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Autor: gedankenblitze  •  8. Februar 2010  • Rubrik: Soziale Frage •  Kommentare (0) • 
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