Der hässliche Schweizer
Das Selbstbild des Schweizers besteht aus einer Mischung aus Wahnvorstellungen, Wunschdenken und Irrtümer.
Der Superpatriotismus ist eine neuere, aber dafür umso degoutantere Erscheinung. In gewissen gesellschaftlichen Kreisen gilt es ultracool, Unterhosen mit Schweizerkreuzen anzuziehen und das Haus mit Schweizerfahnen zu dekorieren.
Die meisten Schweizer reagieren empfindlich darauf, wenn ihnen das Ausland den Spiegel vorhält und sie sich darin erkennen, wie sie sind.
Dass der Reichtum der Schweiz aus krummen Geldgeschäften und dem wirtschaftlichen Austausch mit Unrechtsregimen stammt, ist nicht neu.
Neu ist, dass den Schweizern in Erinnerung gerufen wird, woher sie ihren Reichtum haben und sie gebeten werden sich an moralische und rechtliche Regeln zu halten.
Auf vielen Gebieten in denen einst die Schweiz gut war, ist sie ins Mittelfeld abgesunken.
In puncto Umweltschutz und Umwelttechnologien hat Deutschland die Schweiz schon lange überholt und abgehängt.
Auf dem Gebiet der E-Medizin hinkt die Schweiz Brasilien und Indien hinterher.
Anderswo werden auch qualitativ hochwertige Produkte hergestellt, ist die Natur schön und die Gesetze sind liberal.
Dass die Schweiz ein modernes, zukunftsgewandtes und weltoffenes Land ist, ist reines Wunschdenken.
Zwar ist die Schweiz weder ein Schurkenstaat noch das Herz der Finsternis, aber sie ist in den Sinkflug geraten.
Die Kritik aus dem Ausland kann auch eine Hilfe sein. Vielen Schweizern würde es gut zu Gesichte stehen, wenn sie die Kritik ernst nähmen und einen Realitycheck durchführen würden.
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Autor: gedankenblitze • 24. Februar 2010 • Rubrik: Medien • Comments (0) •
Tags: Ausland, Europa, Herz der Finsternis, Hässlich, Hässliche Schweizer, Kritik, Schweiz, Schweizer