Faschismus der Worte
Landnahme und Kontrolle über Rohstoffe waren die Hauptmotive des Zweiten Weltkrieges. Die Nationalsozialisten begründeten den Anspruch der Deutschen auf mehr Land und Rohstoffe durch die Überlegenheit der arischen Rasse.
Rückwirkend betrachtet war die nationalsozialistische Ideologie nur ein Vehikel, um den Anspruch auf Land und Rohstoffe zu rechtfertigen.
Die Rassenideologie und das eugenische Gedankengut der Nationalsozialisten entsprachen dem damaligen Zeitgeist. Die Briten und die meisten europäischen Staaten unterhielten Kolonien, deren Besitz durch rassistisches Gedankengut legimitiert wurde.
Der Krieg gegen die Sowjetunion war ein Krieg um das kaukasische Erdöl, Landnahme und Arbeitssklaven.
Horst Köhler ist mit Sicherheit kein Nazi. Die Worte, mit denen er die Auslandeinsätze der Bundeswehr rechtfertigte, gleichen in fataler Weise, denen mit denen im Dritten Reich der Angriff auf Polen und der totalen Krieg gerechtfertig wurde.
Es wäre falsch zu Glauben, das Horst Köhler nur seine privaten Ansichten geäussert hat. Was er gesagt hat, ist Konsens unter der herrschenden politischen Elite. Das Pech von Horst Köhler war, dass er der Erste war, der diese Ideen öffentlich geäussert hat.
Feldbischof Franz Justus Rarkowski, 1938 von Papst Pius XI. zum Titularbischof der Diözese von Hierocaesarea geweiht, erklärte 1939 zum deutschen Überfall auf Polen:
„In ernster Stunde, da unser deutsches Volk die Feuerprobe der Bewährung zu bestehen hat und zum Kampfe um seine natürlichen und gottgewollten Lebensrechte angetreten ist, wende ich mich an euch Soldaten, die ihr in diesem Kampf in der vordersten Front steht und die große und ehrenvolle Aufgabe habt, die Sicherheit und das Leben der deutschen Nation mit dem Schwerte zu schützen und zu verteidigen. Jeder von euch weiß, worum es in diesen Sturmestagen unseres Volkes geht, und jeder sieht bei diesem Einsatz vor sich das leuchtende Vorbild eines wahrhaften Kämpfers, unseres Führers und Obersten Befehlshabers, des ersten und tapfersten Soldaten des Grossdeutschen Reiches, der sich nunmehr bei euch an der Kampffront befindet.“
Horst Köhler: Meine Einschätzung ist aber dass wir insgesamt auf dem Wege sind doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen dass ein Land unserer Grösse, mit dieser Aussenhandelsorientierung und damit auch Aussenhandelsabhänigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist um unsere Interessen zu wahren. Zum Beispiel: Freie Handelswege. Zum Beispiel: ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen, negativ, durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.
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Autor: gedankenblitze • 12. Juni 2010 • Rubrik: Politik • Comments (0) •
Tags: Horst Köhler, Krieg, Nationalsozialismus, Nazi