Roman Polanski und die Gerechtigkeit

Die Welt ist ungerecht. Hannibal al Gaddafi misshandelt seine Bediensteten und wird dafür mit 1.5 Millionen Franken belohnt. Die UBS ruiniert den Finanzplatz und lässt sich auf Kosten der Steuerzahler retten. Roman Polanski vergewaltigt eine junge Frau und kommt ungeschoren davon. Fixer Florian klaut in der Beiz ein Service-Portemonnaie mit 2000 Franken und wird für 2 Jahre ins Gefängnis geworfen.
Die letzten Jahre haben uns gelernt, dass es keine Gerechtigkeit gibt. Die Gesetze wurden zugunsten der Reichen und Mächtigen mehrfach gebrochen. Für die Reichen, Mächtigen und Prominenten gelten die Gesetze nicht.
Ob die UBS gerettet oder Roman Polanski in die USA ausgeliefert wird, ist eine politische Frage. Niemand käme auf die Idee, einen auf Besuch weilenden Staatschef verhaften, weil er Todesschwadrone unterhält.
Gerechtigkeit gab es noch nie und wird es nie geben.
Die Idee, dass sich die Schweizer Justiz mit solchen Bagatellen wie eine Vergewaltigung abgibt, ist, abwegig. Jahrelang gaben sich Diktatoren und Mafiosi bei den Grossbanken die Klinke in die Hand und niemand ist auf die Idee gekommen, diesen Schwerverbrechern das Handwerk zu legen. Der Massenmörder Mobutu Sese Seko verbrachte jahrelange seine Ferien in seiner Villa im waadtländischen Savigny und niemand störte sich daran.
Vom Gesichtspunk der politischen Vernunft aus gab es keine Alternative zur Freilassung von Roman Polanski. Gerecht ist das nicht, aber dafür umso vernünftiger.

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Autor: gedankenblitze  •  13. Juli 2010  • Rubrik: Medien •  Comments (0) • 
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